Highlights der Berlin Fashion Week 2012

Besucht eigentlich irgend jemand die Berlin Fashion Week wegen der Mode? Ganz im Vertrauen, es war doch schon alles da, auch Extremes, Flops und Untragbares. Nein, das wirklich Schöne an der Fashion Week sind die bombastischen Inszenierungen, die von bekannten Modehäusern erwartet werden. Stimmige Backgroundmusik, dramatische Beleuchtung und der perfekte Ablauf der Show – was will man mehr?

Na ja, zum Beispiel Models mit annähernd Normalgewicht. Man muss keine gesundheitlichen Aspekte heranziehen, schon ästhetisch sind die meisten Models ein Greuel. Wenn die Fashion Week wirklich das Publikum für Mode begeistern möchte, und das behauptet der Veranstaltungsleiter, so sollte er sich schnellstens um Models bemühen, die mehr als Knochen vorzuweisen haben. Sonst wird die Modeelite, wie schon so oft, unter sich bleiben wie die Springreiter im Mächtigkeitsspringen.

Erfreulich sind immer wieder die Neuanmeldungen. Vor allem, wenn sie aus dem Norden kommen. Schließlich ist das obere Europa für Mode nicht gerade berühmt. Gespannt darf man also die Kreationen der Niederländerin Iris van Herpen und des dänischen Labels Wood Wood erwarten. Wer weiß, vielleicht gewinnt ja einer von ihnen den Designer For Tomorrow-Award.

Wer sich auf die Fashion Week so richtig emotional einstimmen möchte, lese sich die Entstehungsgeschichte des binationalen Labels Augustin Teboul durch. Träume, Irrtümer, Enttäuschungen; all dies verarbeiten die Designerinnen in ihren Kreationen. Anscheinend mit Erfolg, denn sie sind Wiederholungstäter in Berlin 2012. Man darf gespannt sein. Auch auf das, was Strenesse nach einem Jahr Berlin-Abstinenz so eingefallen ist.

Veröffentlicht unter Fashion
Verschlagwortet mit , ,